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Künstlerisches Statement – „Zwischen Blumen und Asche“

Dieses Werk ist eine Reflexion eines Landes, in dem Schönheit und Leid nebeneinander existieren.

Als Hazarischer Künstler entstehen meine Gemälde aus gelebter Erfahrung—einer Erfahrung, die von systematischer Diskriminierung, Genozid, Krieg und Vertreibung geprägt ist. Was in diesen Arbeiten erscheint, ist keine Imagination, sondern eine visuelle Übersetzung der Realitäten, die ich und mein Volk durchlebt haben.

Trotz jahrhundertelanger Unterdrückung haben die Hazara stets den Weg des Lebens gewählt—sie haben sich in Bildung, Kunst und Sport hervorgetan und sich für ein friedliches, freies und demokratisches Afghanistan eingesetzt. Dennoch wurden sie immer wieder systematisch ausgelöscht, gewaltsam vertrieben und gezielt angegriffen. Auch heute setzt sich dieser Kreislauf fort: Häuser werden beschlagnahmt, Familien aus ihren angestammten Gebieten vertrieben und Stimmen der Aufklärung innerhalb der Gemeinschaft zum Schweigen gebracht.

Parallel zu dieser Erzählung bildet die Situation der afghanischen Frauen eine zentrale Ebene dieses Werks. Frauen, die lange die unsichtbaren Säulen der Gesellschaft waren, sind heute mehr denn je von Präsenz, Bildung und Ausdruck ausgeschlossen. In meinen Gemälden sind Frauen nicht nur Opfer, sondern auch Symbole von Ausdauer, stiller Stärke und unausgesprochenem Widerstand.

Krieg und Vertreibung verleihen dieser Erzählung eine weitere Dimension. Millionen Afghanen, mich eingeschlossen, wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen—nicht aus Wahl, sondern aus Überlebensnotwendigkeit. Exil verändert nicht nur Geografie; es verletzt Identität, Sprache und Erinnerung.

Inmitten all dessen bleiben Blumen präsent—Arghawan-Blüten, Mandelblüten und wilde Frühlingsblumen. Sie verweisen auf eine Welt, die hätte sein können: eine Welt der Feier, der Verbundenheit und des Lebens. Doch in diesen Werken sind Blumen nicht nur Symbole der Schönheit; sie stehen neben Asche, Blut und Stille.

Diese Sammlung versucht, einen tiefen Kontrast sichtbar zu machen: Blumen gegen Asche, Leben gegen Auslöschung und Hoffnung gegen Schweigen.

Gleichzeitig ist dieses Werk eine Antwort auf das Schweigen—ein Schweigen, das über Afghanistan hinausreicht und selbst in Gesellschaften fortbesteht, die sich Meinungsfreiheit zuschreiben. Das Leid der Hazara und der afghanischen Bevölkerung wird oft nicht gehört oder unterdrückt. Diese Gemälde versuchen, dieses Schweigen zu brechen und das Recht auf Erzählung zurückzufordern.

Letztlich handelt diese Sammlung nicht nur von Leid, sondern von Überleben. Von einem Volk, das trotz anhaltender Versuche, es auszulöschen, weiterlebt, weiter erschafft und immer wieder erblüht—wie Blumen.